Aktuelles zu den Diskussionen in den DenkwerkstättenZurück

13.4.2021

Eine Migrationslotsin geht von Bord

Eine treibende Kraft des bundesweiten interkulturellen Diskurses und der migrationsspezifischen Inklusionsdebatte verlässt den Ratschlag. 1947 als Pfarrerstochter in Oberfranken geboren, gelangte Dorothea Kolland nach Studium des Gesangs, der Musikwissenschaften, der Soziologie und des Italienischen sowie der Promotion über die Jugendmusikbewegung zur Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung in Remscheid. Von dort wechselte sie 1981 in das Kunstamt, später Kulturamt Berlin-Neukölln, das sie bis 2012 leitete.

Ihre Erfahrungen mit der Arbeit in einem multikulturellen Stadtteil brachte sie ab 2000 in den Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft ein, der sich in dieser Zeit anschickte, über Kongresse, Forschungsprojekte und Publikationen das interkulturelle Profil des Verbandes zu schärfen und entsprechend programmatisch aufzutreten. Vor diesen Hintergrund kam sie in Kontakt mit dem 2004 in Bonn aus der Taufe gehobenen „Bundesweiten Ratschlag für kulturelle Vielfalt“ und war von Anfang an ständige Beraterin, Akteurin und wichtige Stütze bei den seit 2006 regelmäßig stattfindenden Bundesfachkongressen Interkultur.

Im Sprecherrat des Ratschlags übernahm sie konzeptionelle und strukturierende Aufgaben und war auch – durchaus streitbar – treibende Kraft bei der Diskussion und Entwicklung neuer Formate wie den „Denkwerkstätten“. Darüber hinaus hat sie nie das Ziel aus den Augen verloren, den jeweils nächsten Bundesfachkongress mit anzuschieben, soweit ein verlässlicher Kooperationspartner in Sicht wäre. Leider machten sich in letzter Zeit die Auswirkungen eines engagierten Berufs- und Familienlebens bemerkbar, so dass bei Dorothea Kolland die Überzeugung reifte, ihr Mandat in der Sprechergruppe des Ratschlags Jüngeren anzuvertrauen.

Wir sind ihr zum großen Dank verpflichtet und hoffen weiterhin auf den einen oder anderen guten Ratschlag aus dem Ruhestand einer verdienten Kämpferin für ein gedeihliches Zusammenleben in einer Gesellschaft der Vielfalt mit den Mitteln von Kunst und Kultur.

 

Der Sprecherrat

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