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13.12.2020

WebTalk: Land in Sicht

Kulturarbeit auf dem Land hat Konjunktur! Landesregierungen fördern „Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“, Stiftungen entdecken nicht nur in Corona-Zeiten die „Resilienz“ ländlicher Kulturangebote und die Bundesregierung weiß zunehmend das ehrenamtliche Engagement in Dörfern und Kleinstädten sowie die dort praktizierte Nachbarschaftshilfe zu schätzen. Eine romantische Betrachtung des ländlichen Raums verkennt indes Defizite, die ebenfalls das Leben in vielen ländlichen Regionen prägen. Abbau der öffentlichen Infrastruktur, Bevölkerungsrückgang und (agrar-)industrielle Monokulturen begünstigen eine Verlusterfahrung, die empfänglich für neue Heilsversprechen macht. Nicht zufällig fällt rechtes Gedankengut gerade in „abgehängten“ Regionen auf fruchtbaren Boden.

Vor diesem Hintergrund behandelte der WebTalk „Land in Sicht!“ des Bundesweiten Ratschlags Kulturelle Vielfalt Hintergründe, Aktivitäten und Zielsetzungen einer Kulturarbeit auf dem Lande, die sich für Vielfalt und Toleranz einsetzt. Neben einem grundlegenden Beitrag zur Ideologie der Neuen Rechten von Carina Book (unter diesem Link zu lesen) ging es um praktische Beispiele, wie Kultureinrichtungen im ländlichen Raum auf die Herausforderungen einer vielfältigen Gesellschaft reagieren. So lieferten Thomas Winkler („Bad Nenndorf ist bunt!“), Felix Oldewage (Alte Polizei Stadthagen), Bernt Wach (Kulturetage Oldenburg) und Katja Schaefer-Andrae (Kulturstation Bad Bevensen) interessante Einblicke in Projekte und Initiativen sowie die alltägliche Arbeit von Kultureinrichtungen in der Provinz – im Sinne einer vielfältigen, toleranten und demokratischen Gesellschaft.

Dorit Klüver (LAG Soziokultur Nds.) berichtete schließlich vom Netzwerk „Gewächshaus der Demokratie“, das die Impulse der Denkwerkstatt aufnehmen und weitertragen wird. In dieser Hinsicht bot der WebTalk für die rund 40 Teilnehmer*innen der digitalen Denkwerkstatt nicht nur interessante Fachinformationen und Einblicke in eine „Kulturarbeit für Vielfalt und Toleranz“ in ländlichen Regionen, sondern auch die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und sich zu vernetzen.

Die Interkulturellen Denkwerkstätten 2020/21 werden gefördert von Demokratie leben! und in Zusammenarbeit mit dem Forum der Kulturen Stuttgart umgesetzt.

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